Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Willehad Groß Grönau

Andacht

Ostern im Frühling

Da es zu Ostern um die Auferweckung vom Tod zum Leben geht, ist es eine gute Fügung, dass wir das Osterfest im Frühling feiern, wenn die Natur nach einem langen Winterschlaf, nach einer Zeit der Erstarrung wieder erwacht. In vielen Wörtern, die Ostern betreffen, ist ein Bezug zur Natur erkennbar: z. B. bei den Wörtern Osterhase, Ostereier, Osternest, Osterglocken, Osterspaziergang.

Im Evangelischen Gesangbuch steht ein Osterlied, in dem die Osterbotschaft vom neuen Leben durch Christi Auferstehung mit der erwachenden Natur verbunden ist:

2. Wie überall in Flur und Wald der Vögel Lobgesang erschallt
dem Lenz im zarten Blühen, so preise jede Zunge laut
den Herrn, vor dem der Hölle graut im Ostermorgenglühen.

3. Wie alle Blumen leuchten weit, der Wald ergrünt, das Korn gedeiht,
durch Frühlingssonn und Regen, in Jesu Namen alles blüht
und Früchte trägt in Nord und Süd, dem Volk zum Nutz und Segen.

Das Wiedererwachen der Natur ist ein Bild für das, was wir in der Religion mit Ostern meinen: Das Leben wird wieder neu - auch unser Leben. Es wird befreit von Stillstand und Erstarrung, wie wir es in dieser Krisenzeit erleben, im persönlichen und im gesellschaftlichen Leben.
In der Corona-Pandemie wünschen wir uns, aufzustehen aus Angst und Unsicherheit, nicht mehr eingeschränkt zu sein auf die eigene Wohnung, sich mit anderen Menschen unbekümmert treffen zu können, keine Angst mehr vor dem Virus haben zu müssen.

Uns Christen und Christinnen ist verheißen, dass wir Anteil an der Auferstehung Christi haben. Gottes Macht des Lebens ist auch in unserem Leben stärker als alle lebensfeindlichen Mächte. Das heißt nicht, dass es nicht weiter Probleme und Schwierigkeiten zu bewältigen gibt. Aber ich kann damit hoffentlich besser umgehen - mit meinen Ängsten und Sorgen, weil ich weiß: Gott hat uns zum Leben befreit.

Österlicher Glaube vertraut darauf, dass der Gott des Lebens stärker ist als alles, was Leben behindert und zerstört, auch stärker als die Pandemie, die uns verängstigt und verunsichert. An die Auferstehung zu glauben heißt, dass wir uns nicht geschlagen geben von einem Virus, sondern auf die Vitalität des Lebens vertrauen. Das heißt in der Pandemie unter anderem, dass wir einander helfen, diese schwierige Zeit zu bestehen, aufzustehen aus Sorge und dem Gefühl der Ohnmacht und mutig zu hoffen.
Amen.

Hier finden Sie die Melodie des Liedes zum Mitsingen:

https://www.youtube.com/watch?v=8AYXLMJTzx4

Pastorin Samone Fabricius

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Der Herr segne dich und behüte dich!
Er erhebe sein Angesicht über dir und sei dir gnädig!
Er erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!

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